Ostern zuhause? Seit nun mehr einem halben Jahr sitzen wir daheim. Mit Ausnahme unserer kleinen Wochenend-Tour nahe der Heimat. Die letztjährige Oster-Tour fiel schon Corona zum Opfer, die Weihnachts-Tour fand nicht statt und nun sollen wir schon wieder auf unsere Oster-Fahrt verzichten? Kommt überhaupt nicht in Frage. Iris hat vom letzten Jahr noch Urlaubstage, die bis Ende März genommen werden müssen. Also beschließen wir wegzufahren und entscheiden uns für eine Wohnmobil-Tour durch den Steigerwald.

Vorbereitung unserer Wohnmobil-Tour durch den Steigerwald

Nachdem wir endgültig entschieden haben, dass wir uns dieses mal nicht aufhalten lassen, fangen wir mit den Vorbereitungen an. In Zeiten von Corona ist alles nicht so einfach. Da wir noch eine Gasflasche benötigen, rufe ich zunächst im Laden an, ob denn auch geöffnet ist. Es ist offen und ich kann ohne Termin zum “Shoppen” kommen :-)

Die Sache mit dem Gas ist geklärt, also kann es losgehen mit Wohnmobil beladen. Wir füllen den Wassertank randvoll, packen Kleidung für über eine Woche ein und der Kühlschrank daheim wird auch geleert und ins Wohnmobil umgelagert.

Jetzt ist noch Einkaufen angesagt. Wir kaufen Sachen für den kompletten Urlaub und dann kann es endlich losgehen auf unsere Wohnmobil-Tour durch den Steigerwald.

Mit dem Wohnmobil durch den Steigerwald

Unsere Tour durch den Steigerwald haben wir nicht wirklich geplant. Im Vorfeld habe ich uns ausreichend Plätze zum Übernachten gesucht, damit wir auch Ausweichmöglichkeiten haben. Ob wir tatsächlich eine Woche unterwegs sein können wissen wir auch nicht, aber es ist das Ziel.

Die Route führt uns grob von Gerolzhofen über Ebrach weiter zum Schwanberg im Kitzinger Land und schließlich bis nach Ochsenfurt.

Spaziergang durch die Weinberge

Freitag Nachmittag kommen wir an unserem ersten Platz an. Er befindet sich östlich von Gerolzhofen. Bevor wir es uns in unserem Kasten gemütlich machen, drehen wir noch eine Runde durch die Wiebelsberger Weinberge und stimmen uns schon mal auf die nächsten Tage mit schönen Wanderungen ein. Am Weinpavillon genießen wir die Aussicht in den Steigerwald. Dann geht es zurück ans Wohnmobil.

Blick über die Wiebelsberger Weinberge in den Steigerwald
Blick über die Wiebelsberger Weinberge in den Steigerwald

Nach einem schnellen Abendessen verbringen wir einen ruhigen Abend und eine angenehme Nacht.

Wanderung zur Ruine Stolburg

Der Samstag beginnt windig und regnerisch. Das ist aber auch der einzige Tag während unseres gesamten Urlaubs, der nicht schön ist. Nach dem Frühstück wählen wir ein Zeitfenster, in dem es wenigstens trocken von oben ist, um eine kleine Wanderung zur Ruine Stollburg zu starten. Dort waren wir vor zwei Jahren schon mal. Damals gingen wir von Handthal über das Steigerwald-Zentrum zum Magdalenenkreuz und von dort weiter über das Steinerne Kreuz zur Stollburg.

Von Beginn an steigt der doch recht eintönige Forstweg stetig an. Zwischendurch machen wir einen Abstecher zum Wildbrunnen, der aber nur ein kleines Rinnsal ist. Wir kehren wieder um und begeben uns zurück auf den Hauptweg weiterhin leicht ansteigend. Erst kurz vor der Ruine Stollburg wandelt sich der Weg in einen schmalen Pfad und wir nehmen die letzten Meter hinauf zu unserem Ziel.

Bergfried der Ruine Stollburg
Bergfried der Ruine Stollburg

Die Stollburg ist eine Spornburg und wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Während des Bauernkrieges im Jahr 1525 wurde die Burganlage zerstört. Übrig ist noch ein 14 Meter hoher Rest des Bergfrieds. Um das Jahr 1170 herum soll übrigens der Minnesänger Walter von der Vogelweide auf der Burg Stollberg das Licht der Welt erblickt haben.

Blick auf Oberschwarzach bis zum Schwanberg
Blick auf Oberschwarzach bis zum Schwanberg

Wir gehen noch an die Aussichtsplattform, die mittlerweile auch zwei Liegebänke hat, und können über Oberschwarzach hinweg bis zum Schwanberg blicken. Danach treten wir wieder den Rückweg an. Wir wählen den Weg über die Klinik am Steigerwald. Zunächst geht es schon wie auf dem Hinweg über die üblichen Forstwege, aber schon bald bietet sich die Gelegenheit, auf schmale Pfade zu wechseln. Von der Steigerwaldklinik bis zum Parkplatz müssen wir dann mit der geteerten Zufahrtstraße vorlieb nehmen. Nichtsdestotrotz war es eine schöne Einstiegstour und die Sonne kam sogar mal kurz hinter den Wolken vor.

Zurück nach Schweinfurt

Nach unserer ersten Runde machen wir es uns im Womo gemütlich und fahren später zurück nach Schweinfurt. Nein, wir brechen unsere Wohnmobil-Tour durch den Steigerwald nicht ab. Iris hat am Nachmittag einen Termin in Schweinfurt und ich nutze die Gelegenheit, um vergessene Sachen daheim zu holen. Anschließend lade ich Iris wieder ein und wir setzen unsere Tour fort.

Rund um den Baumwipfelpfad Ebrach

Für uns geht es in die Nähe des Baumwipfelpfades Ebrach. Wir erkunden noch kurz die Umgebung mit den Hunden und kochen uns dann ein leckeres Abendessen im Wohnmobil.

Der Sonntag startet sonnig und so können wir direkt nach dem Frühstück mit einer Wanderung durch den Ebracher Forst beginnen. Über den Handthalgrund wandern wir durch schönen Buchenwald, kommen an einem See vorbei und über den Fledermauspfad kommen wir wieder zurück an den Baumwipfelpfad. Wider Erwarten bekommen wir am dortigen Kiosk sogar eine Bratwurst und ein Radler. Anschließend geht es wieder zurück zu unserem Kasten, der immer noch am Parkplatz im Wald wartet.

Am späten Nachmittag nutzen wir nochmals das schöne Wetter für einen Spaziergang. Wir kommen an der Samenplantage Kohlsteig vorbei, auf der Samen von Douglasien und Fichten gewonnen werden. Da das Wetter wirklich traumhaft ist, verlängern wir unsere Runde und laufen durch den Weihergrund bis nach Ebrach an den Campingplatz Weihersee. Von dort führt ein teilweise verwucherter Pfad in den Wald, der uns wieder zurück zu unserem Parkplatz bringt.

Zurück am Wohnmobil machen wir es abfahrbereit und fahren ein Stück weiter zu einem neuen Standort. Diesen Platz haben wir bei unserer Wanderung am Vormittag entdeckt und eignet sich auch hervorragend für eine Übernachtung.

Wir bereiten unser Abendessen im Omnia zu und verbringen anschließend wieder einen gemütlichen Abend sowie eine ruhige Nacht in unserem Kasten.

Gemütlicher Urlaubstag in und um den Kasten

Auch der Montag hat die Sonne im Gepäck. Wir gehen den Tag gemächlich an und drehen mit den Hunden noch eine Runde hier im Wald und an den Biber-Weihern vorbei.

Nachdem wir wieder zurück sind, fahren wir kurz nach Ebrach an den Wohnmobilstellplatz, um die Toilette zu entleeren. Dann geht es weiter Richtung Geiselwind zu unserem neuen Platz. Der hat allerdings ein großes Manko. Die Netzschwankungen reichen von 4G bis Edge-Verbindung oder gar kein Netz. Deshalb verbringen wir hier auch nur den Mittag und genießen die Stille in der Natur.

Wanderparkplatz im Steigerwald
Wanderparkplatz im Steigerwald

Die beiden Traumrunden, die man von hier in Angriff nehmen könnte, heben wir uns für ein andermal auf.

Auf den Schwanberg

Als nächstes Ziel unserer Wohnmobil Steigerwald-Tour steht der Schwanberg auf dem Programm. Hierfür sollte man auf jeden Fall einen Tag unter der Woche wählen, wenn man dem Trubel aus dem Weg gehen möchte. Denn der Schwanberg ist bei Jung und Alt ein beliebtes Ausflugsziel, um im Schlosspark spazieren zu gehen, die Fernsichten zu genießen oder eine entspannende Wanderung zu machen.

Wir nutzen den sonnigen Nachmittag und schlendern ein wenig durch den 1921 angelegten Schloßpark mit Neptunbrunnen und Alpinum. Während unseres Spaziergangs kommen wir auch am Kappelrangen vorbei. Hier hat man eine fantastische Aussicht von der Frankenhöhe bis zur Rhön. Früher stand hier auch mal eine Kapelle, den Umriss markiert die geschotterte Fläche.

Kappelrangen auf dem Schwanberg mit großartiger Aussicht
Kappelrangen auf dem Schwanberg mit einer hervorragenden Aussicht von der Frankenhöhe bis zur Rhön

Wir gehen zurück ans Wohnmobil und freuen uns, dass uns die Sonne wieder ein bisschen mehr Energie in unsere Batterien lädt. Auch heute bereiten wir uns wieder ein Festmahl im Omnia zu und verbringen später eine angenehme Nacht im Kastenwagen.

Für den Dienstag haben wir uns die Wanderung auf der Traumrunde Schwanberg vorgenommen. Nach dem Frühstück packen wir unseren Rucksack und begeben uns auf die Spuren der Kelten. Wir lassen uns Zeit, genießen Aussichten und die Stille der Natur. Dadurch, dass wir frühzeitig unterwegs sind, treffen wir auch so gut wie keine anderen Menschen. Erst im und um den Schlosspark sind mehrere Spaziergänger unterwegs.

Am späten Nachmittag laufen wir nochmal ans Conradseck, einem Aussichtspunkt mit mehreren Sitzgelegenheiten und einer Panoramaschaukel. Im Gegensatz zum Vormittag haben sich jetzt auch ein paar Sonnenanbeter eingefunden, die die letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages genießen.

Aussicht am Conradseck auf Iphofen
Aussicht am Conradseck auf Iphofen

Da es uns hier oben so gut gefällt, bleiben wir einfach noch eine Nacht. Heute gibt es mal Nudelauflauf aus dem Omnia. Und auch diese Übernachtung verläuft ohne Zwischenfälle.

Wohnmobil Steigerwald-Tour: Weiterfahrt nach Dornheim

Bevor wir am Mittwoch weiterfahren, drehen wir hier oben auf dem Schwanberg-Plateau noch eine Runde mit den Hunden. Wir gehen nochmal an den idyllisch gelegenen Birkensee.

Nach unserem kleinen Spaziergang machen wir alles abfahrbereit. Bevor wir zu unserem nächsten Ziel fahren, geht es erst mal auf den Wohnmobilstellplatz nach Iphofen. Dort ist der Stellplatz zwar geschlossen, aber die Ver- und Entsorgungseinrichtung kann vollumfänglich genutzt werden. Toilette entleeren, Grauwasser ablassen und ganz wichtig, hier gibt es auch Frischwasser. Auch die öffentlichen Toiletten am Platz wurden während unserer Anwesenheit gerade gereinigt und können von jedem genutzt werden.

Dann geht es für uns endlich wieder in die Einsamkeit auf einen Wanderparkplatz bei Dornheim, einem Ortsteil von Iphofen. Hier machen wir uns erst mal ein zweites Frühstück und chillen ein wenig. Wir nehmen Kontakt mit Freunden auf, die ganz in der Nähe wohnen und uns später auch noch besuchen kommen.

Wohnmobil auf Wanderparkplatz
Wanderparkplatz bei Dornheim

Bevor wir unseren Besuch empfangen, laufen wir erst noch eine kleine Runde mit den Hunden. Ziel ist das NatURwaldreservat Wolfsee. Auf einem 2,4 km langen Lehrpfad erlebt man an 10 Stationen den Urwald von morgen. Insgesamt sind wir bei den fast schon sommerlichen Temperaturen etwa 5 km unterwegs.

Kaum sind wir wieder zurück am Wohnmobil, trudeln auch schon unsere Freunde ein. Wie immer gibt es viel zu erzählen, was wir auch ausgiebig bei Kaffee und Keksen tun. Später essen wir auch noch gemeinsam zu Abend, anschließend verabschieden sich die beiden. Aber nicht ohne eine Einladung für den nächsten Tag.

Der Donnerstag verspricht auch ein traumhafter Tag zu werden. So liegt es nah, dass wir uns auf die Traumrunde Dornheim begeben. Da wir den Naturlehrpfad gestern schon gegangen sind, kürzen wir ein wenig ab und gehen direkt zum Wolfsee. Auch den kleinen Ort Dornheim lassen wir außen vor. Trotzdem haben wir knapp 14 km zu Fuß hinter uns.

Blick auf Nenzenheim
Blick auf Nenzenheim

Steigerwald-Tour: Ochsenfurt und Sommerhausen

Zurück am Wohnmobil legen wir erst mal kurz die Füße hoch. Danach machen wir uns etwas frisch und folgen am späten Nachmittag der Einladung unserer Freunde zu Grillspieße und Thüringer Rostbratwurst. Anschließend verbringen wir gemeinsam noch ein paar schöne Stunden.

Am Freitag Vormittag verabschieden wir uns und fahren zunächst nach Marktbreit an den Wohnmobilstellplatz um die Toilette zu entleeren. Hier war allerdings das Wasser abgestellt und Nachspülen so nicht möglich. Egal, Kassette leer, weiter geht’s.

Unser nächstes Ziel liegt nördlich von Ochsenfurt. Am heutigen Karfreitag zieht es allerdings nicht nur uns in die Natur, sondern auch noch viele weitere Menschen. Alle wollen den freien Tag und das sonnige Wetter für ausgiebige Spaziergänge oder Radtouren nutzen. Gegen Nachmittag wird es etwas ruhiger, da begeben sich alle zum Nachmittagskaffee nach Hause. Das ist für uns der Zeitpunkt, um mit unseren Hunden durch den Ochsenfurter Forst zu spazieren und ein wenig die Sonne zu genießen.

Die Nacht verläuft ohne Zwischenfälle. Allerdings fahren früh um halb acht schon die ersten Gassigänger vor, die mal für 15 Minuten mit dem Hund spazieren gehen. Für uns heißt das, wir frühstücken schnell etwas, drehen eine kleine Runde mit den Hunden und fahren schnellstens weiter.

Zwar nur ein paar Kilometer, aber in Sommerhausen ist es wesentlich ruhiger. Dort verbringen wir unseren letzten Urlaubstag. Wir wandern hier eher auf unspektakulären Wegen, vorbei am Tierpark, der leider geschlossen hat. Normalerweise würde man hier auf viele Familien treffen, denn dieser Tierpark hat einen attraktiven Spielplatz, wie man von außen sehen kann. Wir ziehen weiter durch den Wald und über Felder, bis wir wieder zurück am Wohnmobil sind.

Wohnmobil auf Parkplatz bei Sommerhausen
Parkplatz bei Sommerhausen

Auch in Sommerhausen verbringen wir eine ruhige Nacht. Bevor es wieder nach Hause geht, laufen wir noch eine gemütliche Runde durch die herrliche Natur.

Eigentlich wollten wir noch auf dem Panoramaweg Sommerhausen wandeln, allerdings halten wir das jetzt über die Ostertage für keine gute Idee. Da sind uns dann doch zu viele Menschen unterwegs. Sommerhausen ist jedoch nicht aus der Welt und für uns recht schnell zu einem anderen Zeitpunkt wieder zu erreichen.

Fazit unserer Wohnmobil Steigerwald-Tour

Ja, kommen wir nun zum Fazit unserer Wohnmobil Steigerwald-Tour. Es war wie immer einfach nur schön unterwegs zu sein. Auch dieses Mal waren wir nicht weit von unserem Heimatort entfernt und dennoch hatten wir Urlaubsfeeling. Für uns hat sich ja zu anderen Reisen nicht viel geändert. Meistens gehen wir mit unseren Hunden wandern. Das einzig negative war, es hat keine Gastronomie geöffnet, wo man spontan mal einen Kaffee oder ein Bierchen trinken kann. Ansonsten war fast alles wie immer.

Im Vorfeld habe ich schon viele mögliche Übernachtungsplätze herausgesucht, die ich in einer Google MyMaps Karte eingetragen habe. So hatten wir immer alles schnell parat und unterwegs konnten wir entspannt Urlaub genießen ohne nach Stellplätzen Ausschau halten zu müssen.

Dank unserer hohen Batteriekapazität waren wir auch zu keinem Zeitpunkt auf Strom angewiesen, was sich natürlich schnell als Vorteil entpuppt. Etwas schwieriger war es mit der Ver- und Entsorgung. Aber letztendlich hat auch das ohne Probleme funktioniert.

Würden wir wieder fahren? Auf jeden Fall, wir werden künftig jede Möglichkeit nutzen, um unterwegs zu sein. Auch in der Heimat ist es schön. Man muss sie nur entdecken.

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