Mit dem Wohnmobil Frankreich erleben: Die Provence

Reisebericht unserer Wohnmobiltour nach Frankreich in die Provence 2017

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Mit dem Wohnmobil Frankreich erleben - Pas de la Graille 1597 m NN
Mit dem Wohnmobil Frankreich erleben - Pas de la Graille 1597 m NN

Eigentlich ist es bei uns schon normal, dass wir lange nicht wissen, wohin die Reise gehen soll. Dieses mal entschieden wir uns dazu, mit dem Wohnmobil Frankreich zu erkunden, genauer gesagt die Provence. Wir waren immer skeptisch, nach Frankreich zu fahren, hauptsächlich deshalb, weil wir kein Französisch sprechen. Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig, dass die Franzosen nicht gewillt sind, sich zu verständigen. Aber gleich vorweg, die Bedenken waren allesamt unbegründet 🙂

So fuhren wir, nachdem wir noch einen Termin in Lohr am Main wahrgenommen hatten, bis Lauffen am Neckar. Dort befindet sich am Freibad ein kostenloser Wohnmobilstellplatz mit Ver- und Entsorgung. Bei unserer Ankunft war der Platz schon gut belegt, so parkten wir auf einem Grünstreifen, was uns danach noch einige gleich taten. Immerhin war verlängertes Wochenende. Wir vertraten uns zusammen mit den Hunden noch ein wenig die Beine. Noch ein schnelles Abendessen und dann zeitig zur Ruhe kommen, denn am nächsten Morgen wollen wir früh los.

Wohnmobilstellplatz in Lauffen am Neckar
Wohnmobilstellplatz in Lauffen am Neckar

Frankreich, wir kommen

Die Nacht war ruhig und ausgeschlafen konnten wir unsere Reise fortsetzen. Nach Frühstück, Gassirunde und Zusammenpacken fuhren wir weiter. Zunächst holten wir noch eine zweite Toilettencassette ab, die ich bei Ebay Kleinanzeigen entdeckt hatte. Somit sind wir auch nicht alle zwei Tage auf eine Entsorgungsstation angewiesen. Am Nachmittag kamen wir an unserer zweiten Station in Montperreux an. Von unserem Übernachtungsplatz hat man eine wunderbare Aussicht auf den Lac Saint-Point.

Durch das Juragebirge zu den 3 Seen bei Rochebrune

Am nächsten Morgen ging es für uns nach einem Spaziergang mit den Hunden auch schon weiter. Wir fuhren durch das Juragebirge, mal auf französischer, dann auch mal auf der Schweizer Seite. Eine tolle Landschaft und immer wieder schöne Ausblicke. Bei Saint-Laurent-du-Pont fahren wir zu einem Moor, dem Tourbieres l’Herretang. Im Sumpfgebiet selbst sind Hunde verboten, aber man kann wunderbar an Wiesen und Feldern vorbei zum Canal de l’Herretang laufen. Dort konnten die Hunde auch ein Bad nehmen. Bei den doch nun wärmeren Temperaturen nahmen sie es dankbar an.

Mit Sonnenschein wurden wir am nächsten Tag geweckt und schon am frühen Morgen war es sehr warm. So gingen wir mit den Hunden noch mal an den Kanal, bevor wir unsere Fahrt in die Provence fortsetzten. Danach fuhren wir über Grenoble und Gap zu den drei Seen bei Rochebrune. Natürlich war bei dem super Wetter sehr viel los, wir fanden aber noch ein gemütliches schattiges Plätzchen am Ende eines Sees.

Hier konnte Mensch und Hund baden und den schönen Nachmittag genießen. Anschließend wurde noch gegrillt. Als es am Abend ruhiger wurde und die Luft abgekühlt war, nutzten wir die Gelegenheit, mit den Hunden noch mal rauszugehen. Dabei konnten wir einen schönen Sonnenuntergang beobachten.

Zur Info
In der näheren Umgebung gibt es übrigens sehr viele Freizeitmöglichkeiten. Neben der Wakeboardanlage auf einem der Seen, wird etwas weiter noch Paintball, Kartfahren oder Ponyreiten angeboten. Also hier ist es richtig familientauglich. In der Nähe befindet sich auch ein Campingplatz.

Die Nacht war, abgesehen von den quakenden Fröschen, ruhig und wir hatten schon Sonntag. Kurz überlegten wir, ob wir noch einen Tag hierbleiben, denn das Wetter war wirklich grandios. Andererseits würde es auch sehr voll werden. Wir entschieden uns dagegen und machten stattdessen unser Wohnmobil startklar, um die Provence unsicher zu machen. Wir fuhren nach Sisteron und steuerten zunächst einen WoMo-Stellplatz an um zu Ver- und Entsorgen.

Mit dem Wohnmobil Frankreich erleben: Von Sisteron nach Banon

Ab jetzt begleitete uns der Wohnmobil-Tourguide – Die schönsten Routen durch die Provence*. Wir folgten auch gleich der Empfehlung, über den Pas de la Graille zu fahren. Und nein, wir haben es nicht bereut. Zunächst fuhren wir einen Parkplatz an, der sich hervorragend als Picknickplatz eignete. Dort machten wir erst mal ein verspätetes Frühstück. Hier hätte man wunderschöne Wanderungen machen können, welche aber für unseren 11jährigen Rüden Cosmo mittlerweile zu anstrengend sind. Deshalb haben wir uns hier nur mal die Beine vertreten.

Wanderparkplatz auf der Route zum Pas de la Graille
Wanderparkplatz auf der Route zum Pas de la Graille
Viele markierte Wanderwege
Viele markierte Wanderwege

Wir räumten wieder alles ins Wohnmobil und fuhren weiter auf den teils engen Bergstraßen, bis wir endlich auf der Passhöhe des Pas de la Graille ankamen. Auf knapp 1600 m hatten wir einen fantastischen Ausblick.

Nach ein paar Fotos mehr im Gepäck, fuhren wir weiter auf den Gipfel der Montagne de Lure, dem Signal de Lure. Natürlich legten wir hier auch noch mal einen Stopp ein, um weitere Fotos zu schießen. Der Signal de Lure ist übrigens mit 1826 m der zweithöchste Berg in der Provence nach dem Mont Ventoux. Im Gegensatz zum Mont Ventoux gibt es am Signal de Lure keine Blechkarawanen. Die Straße ist wenig befahren, und so steht dem Fahrspaß nichts im Wege.

Nun ging es auf der Südseite über viele Serpentinen hinunter, immer wieder mit fantastischen Aussichten. Wir machten noch einen Abstecher zum Kloster Notre-Dame-De-Lure. Diese Idee hatten nicht nur wir, sondern mit uns noch gefühlt 100 andere. Der Parkplatz war gut gefüllt und alle Picknicktische unter schattenspendenden Bäumen waren belegt. Das war uns dann doch etwas zu viel Trubel und so schaute ich mir die Kapelle an und danach fuhren wir gleich weiter.

Über noch mehr Serpentinen schlängelten wir uns nach Saint-Étienne-les-Orgues und von hier nach Banon auf den dortigen Wohnmobilstellplatz. Für vier Euro steht man hier eine Nacht mit Ver- und Entsorgung. Am späten Nachmittag schlenderten wir noch durch den kleinen Ort und besuchten ein Café.

Am nächsten Morgen kauften wir noch den berühmten Banon-Käse, ein Weichkäse, der aus Ziegenmilch hergestellt und mit Kastanienblättern umwickelt wird. Diesen Käse muss man unbedingt probieren, er ist sehr schmackhaft.

Mit dem Wohnmobil Frankreich erleben: Nach Gordes zum Kloster Abbaye de Sénanque

Nun ging es weiter nach Simiane-la-Rotonde und dort auf den höchsten Punkt der Ortschaft, der Rotonde, einer Burgruine. Natürlich war sie geschlossen (Montag) und so konnten wir nur von außen schauen.

So fuhren wir weiter durch die malerische Landschaft. Roussillon ließen wir links liegen und somit auch die bekannten Ockerfelsen. Die Mittagshitze hielt uns von einer Besichtigung ab. Kurz vor Gordes fanden wir ein schattiges Plätzchen an dem wir erst mal picknickten. Wir nutzten auch gleich die Gelegenheit mit den Hunden einen kleinen Spaziergang durch den Wald zu machen. Zurück am Wohnmobil setzten wir unsere Fahrt fort. Westlich von Gordes folgten wir zunächst der D15, danach der D177 zum Abbaye de Senanque. Dieses Kloster mit den blühenden Lavendelfeldern ist ein beliebtes Motiv für Kalender und Postkarten. Bei unserem Besuch war der Lavendel allerdings noch nicht in der Blüte. Da im Kloster keine Hunde erlaubt sind, machten wir von oberhalb ein paar Fotos und verzichteten auf eine Besichtigung. Da es sehr heiß war, konnten wir die Hunde auch nicht im Wohnmobil lassen.

Deshalb fuhren wir weiter Richtung Venasque und von dort ziemlich einsam auf der D4 über viele Serpentinen über den Col de Murs. Nur vereinzelt kamen uns Autos oder Fahrräder entgegen. Wie schon die letzten Tage auch in Frankreich, hat man immer wieder fantastische Aublicke in diese traumhafte Landschaft. Mittlerweile waren wir schon über Apt in den Naturpark Luberon eingedrungen. Wir suchten uns einen Platz, an dem wir ein wenig relaxen konnten. Auch gab es wieder eine grandiose Aussicht.

Als Übernachtungsplatz taugte er uns nicht, und wir machten uns auf die Suche. Schon kurze Zeit später entdeckten wir ein mit Bäumen und Sträuchern umrahmtes Plätzchen, auf dem wir es uns gemütlich machten.

lauschiges Plätzchen für eine Nacht
lauschiges Plätzchen für eine Nacht

Nach dem Abendessen hat es endlich auch etwas abgekühlt und wir machten noch einen ausgedehnten Spaziergang mit den Hunden. Über schmale Pfade ging es durch den Wald und später über Schotterwege wieder zurück.

Mit dem Wohnmobil Frankreich erfahren: Durch den Naturpark Luberon

Am nächsten Tag wurden wir auch wieder von der Sonne geweckt. Gut gelaunt drehten wir mit den Hunden in der Kühle des Morgens eine Runde, anschließend machten wir das Wohnmobil startklar und freuten uns auf die Rundfahrt durch den Naturpark Luberon. Ab und an ging es durch kleine, malerische Bergdörfer, dann wieder umfuhren wir die Orte, aber immer begleitet von der traumhaften Landschaft. In Cavaillon zog es uns weit nach oben über die Stadt zu einem grandiosen Aussichtspunkt. Dort ließen wir uns erst mal Baguette und Käse schmecken, bevor wir eine kleine Wanderung machten und die fantastische Aussicht genossen.

Unterwegs kauften wir an einem Obst- und Gemüsestand noch frische Erdbeeren und Kirschen, anschließend ging es noch in einen Supermarkt. Dort gab es auch einen Stellplatz, an dem wir mal für eine Stunde Strom zapften, so konnte Iris endlich mal Haare fönen 🙂 Danach fuhren wir bei Céreste auf die D4100 Richtung Forcalquier. Bei Saint-Michel-l’Observatoire fanden wir einen schönen Übernachtungsplatz inmitten traumhafter Natur.

Mit dem Wohnmobil Frankreich erleben: An den Lac de Sainte-Croix

Heute stand der Lac de Sainte-Croix auf dem Fahrplan. Doch vorher luden die Wanderwege rund um den Platz zu einem ausgedehnten Spaziergang mit den Hunden ein. Wie schon die letzten Tage musste man den frühen Morgen und den späten Abend nutzen, denn da war es noch angenehm kühl. Nach der Runde wurde das Wohnmobil kurz aufgeräumt und die Fahrt konnte beginnen. Auf Sightseeing hatten wir keine große Lust, wir wollten nur Landschaft geniessen.
Unsere Route führte uns über Forcalquier, dort könnte man das Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert besuchen. Auch als Kunstliebhaber kommt man in Forcalquier auf seine Kosten, es gibt einige Geschäfte, die Kunsthandwerk verkaufen. Für uns ging es weiter über Manosque und Gréoux-les-Bains, schließlich landeten wir in Quinson. Hier gefiel es uns und wir dachten, wir könnten am Lac de Quinson einen schönen Badenachmittag einlegen. Aber falsch gedacht, hier waren Wohnmobile verboten 🙁 also fuhren wir die Straße noch ein wenig weiter. Über Schotterwege kamen wir an den Kanal. Ein wunderbares Fleckchen, allerdings zum Baden weniger geeignet.

Hier hätte man auch wunderbar Übernachten können, allerdings war Regen vorhergesagt und wir hatten schon bei der Anfahrt kleine Probleme. Für größere Fahrzeuge und Wohnmobile mit langem Radstand ist die Strecke nicht geeignet. Also verließen wir diesen Ort wieder.
Wir beschlossen, an den Lac de Sainte-Croix zu fahren. Wir fuhren zunächst in das Örtchen Sainte-Croix-du-Verdon auf den Wohnmobilstellplatz. Vom Platz hat man einen schönen Blick auf den See. Doch der Stellplatz selbst gefällt uns überhaupt nicht. Hier fühlt man sich wie in einer Sardinenbüchse. Nichts für uns 😉 So ging es für uns wieder über Serpentinen aus dem Dorf hinaus und auf der C4 Richtung Moustiers-Sainte-Marie. Kaum auf der C4 angekommen hielten wir auch schon wieder an, um einen fantastischen Ausblick auf den See zu haben.

Der Wohnmobilstellplatz in Puimoisson

Wir tuckerten weiter auf der schmalen Straße, aber wir fanden keinen geeigneten Übernachtungsplatz auf der Strecke. So steuerten wir den Wohnmobilstellplatz in Puimoisson an. Hier gefiel es uns sehr gut. Auf dem ehemaligen Campinggelände gibt es viel Grün und eine wunderbare Aussicht in die Berge und den umliegenden Lavendelfeldern. Für 24 Stunden zahlt man 4,90 €, zahlbar mit Kreditkarte. Eine moderne Ver- und Entsorgunsstation ist vorhanden. An der nahe gelegenen Tankstelle gibt es immer frisches Baguette und Lebensmittel des täglichen Bedarfs.

Der Platz war ruhig und so blieben wir zwei Nächte. Eine Pause vom vielen Fahren musste auch mal sein. Früh am Morgen und abends machten wir schöne Spaziergänge mit den Hunden an den Lavendelfeldern entlang, mittags war Siesta angesagt. Ein Buch lesen oder auch nur mal auf dem Liegestuhl relaxen.

Die Verdonschlucht oder der Grand Canyon Frankreichs mit dem Wohnmobil

Nach einem Ruhetag gingen wir wieder auf Achse. An der Ver- und Entsorgungsstation haben wir schnell noch alles erledigt und es konnte weitergehen. Zunächst fuhren wir an das Nordufer des Lac-de-Sainte-Croix auf einen Parkplatz. Wir schlenderten ein wenig am Ufer entlang, aber zum Baden lud die Stelle bei unserem Besuch nicht ein. So machten wir ein paar Fotos bevor wir zurück zum Wohnmobil gingen. An einem Zufluss konnten die Hunde ein wenig planschen und Spaß haben.

Bis die Hunde wieder getrocknet waren, machten wir es uns gemütlich und nahmen ein verspätetes Frühstück ein. Gestärkt ging es weiter. Vor der Brücke Pont du Galetas ist rechterhand ein Parkplatz. Wir konnten gerade noch einen freien Platz ergattern. Hier möchte jeder das perfekte Urlaubsfoto schießen. So auch wir.

Die Südroute der Verdonschlucht mit dem Wohnmobil

Nachdem die Bilder im Kasten waren führte uns die Route noch ein Stück am künstlich angelegten Stausee entlang, bevor wir auf die D19 Richtung Aguines geleitet wurden. Kurz vor Aiguines kamen wir an einem Rastplatz vorbei, wo man nochmals einen Blick auf den See erhaschen konnte. In Aguines parkten wir an der Allee unter schattenspendenden Bäumen, so konnten die Hunde im Wohnmobil warten. Wir kauften ein paar Souvenirs und anschließend gönnten wir uns ein Mittagessen.

Über den Dächern von Aguines
Über den Dächern von Aguines

Wieder am Wohnmobil, starteten wir unsere Exkursion „Mit dem Wohnmobil durch den Grand Canyon Frankreichs“. Kurvenreich schraubten wir uns nach oben und schon am Pass Col d’illoire konnte man einen ersten Blick in die Schlucht riskieren.

Mit mächtigen Felswänden zur Rechten schlängelten wir uns weiter durch die Gorge du Verdon. Immer wieder kam man an Aussichtspunkten vorbei, die meist leider schon durch Motorradfahrer blockiert waren, und somit keine Chance betand dort anzuhalten. Vor dem Tunnel du Fayette hatten wir Glück und wir konnten einen Fotostopp einlegen.

Wir fuhren weiter, überquerten die Brücke Pont de l’Artuby und kamen zum Aussichtspunkt Balcon de la Mescla.

Hatten wir bis jetzt noch Sonnenschein und Wolkenmix, so zog sich der Himmel jetzt zu. Zeit für uns, einen Übernachtungsplatz zu suchen. Da wir über die Nordroute wieder zurück wollten, schauten wir uns den Stellplatz in Trigance an. Der Wohnmobilstellplatz ist allerdings so schräg, da helfen auch keine Auffahrkeile. Der Himmel hatte mittlerweile seine Schleusen geöffnet und so warteten wir den Wolkenbruch ab. Dann fuhren wir weiter nach Castellane, doch auch der Stellplatz dort entsprach nicht unseren Vorstellungen. Ein sehr gut gefüllter asphaltierter Parkplatz. Etwas ausserhalb von Castellane fanden wir dann einen schönen, ruhigen privat geführten Wohnmobilstellplatz. Der Besitzer sprach Deutsch, ist sehr hundefreundlich und Brötchenservice gab es auch.

Abstecher zum Lac de Castillon

Nach dem Dauerregen am gestrigen Nachmittag wurden wir am nächsten Morgen wieder von der Sonne geweckt. Das Wohnmobil wurde abfahrbereit gemacht, der Platz bezahlt und die Reise ging weiter. Kurzerhand entschieden wir, einen Abstecher an den Lac de Castillon zu machen. An einem Parkplatz hielten wir an und frühstückten in der Sonne mit Seeblick.

Wir überlegten kurz, wie unsere weitere Route aussehen sollte. Entweder fahren wir hoch nach Barcelonette, oder über die Nordroute der Verdonschlucht zurück. Unserem Wohnmobil-Tourguide* entnahmen wir, dass die Route über den Pass Col d’Allos lohnenswert ist, dennoch entschieden wir uns für die Rückfahrt über die Nordroute der Verdonschlucht.

Die Nordroute der Verdonschlucht mit dem Wohnmobil

Wir fuhren also erst mal die Strecke zurück, von der wir gekommen waren. Immer am Grund der Schlucht entlang. Die Felsen ragen bis über die Fahrspur und man musste schon mal anhalten, um den Gegenverkehr passieren zu lassen. Auf einem größeren Parkplatz legten wir einen Fotostopp ein, ansonsten waren diverse Aussichtspunkte wieder von Motorradfahrern blockiert 🙁 Das Beste verpassten wir allerdings. Die Route de Crete muss man unbedingt mitnehmen, denn auf der gut 21 km langen Strecke kommt man wohl ganz nah an die Schlucht ran. Das müssen wir beim nächsten Mal einfach nachholen 😉

Auch in der Nähe des Ausgangs des Grand Canyon war leider für uns kein Platz mehr, um mal kurz anzuhalten. Wir drehten noch eine Runde um den Lac-de-Sainte-Croix, in Bauduen fanden wir ein schattiges Plätzchen zum Parken und genehmigten uns in einem Restaurant mit Seeblick ein Eis. Danach fuhren wir nochmals auf den Wohnmobilstellplatz in Puimoisson.

Dort machten wir noch einen Spaziergang ins Dorf und aßen in der Auberge Cote Soleil zu Abend. Am nächsten Tag war Flohmarkt in Puimoisson, so schlenderten wir durch die Gassen und begutachteten das ein oder andere gute alte Stück. Den Nachmittag verbrachten wir vor unserem Wohnmobil. Der Lavendel blühte leider immer nocht nicht. Da müssen wir wohl noch mal zu einem späteren Zeitpunkt kommen.

Lavendel in der Provence - Ein Hauch von Lila ist schon zu erkennen
Lavendel in der Provence – Ein Hauch von Lila ist schon zu erkennen

Mit dem Wohnmobil Frankreich erleben – Rückreise über bereits bekannte Plätze

Da wir auch auf unserer Heimreise auf die Autobahn verzichten wollten, machten wir uns so langsam auf, wieder in Richtung Heimat zu reisen. Während unserer Reise haben uns ein paar Plätze besonders gut gefallen, deshalb fuhren wir dort einfach noch mal lang. Bei Saint-Etienne-les-Orgues begaben wir uns nochmals auf schmale Bergsträßchen und genossen die Fahrt auf den Montagne de Lure und den Pas de la Graille. Das Wetter war etwas rauher als vor einigen Tagen. Trotzdem mussten wir noch mal ein paar Fotos schießen.

Zum Übernachten fuhren wir wieder zu den 3 Seen von Rochebrune. Mittlerweile regnete es und wir hatten nur noch 16°. Auch am nächsten Tag wurde es nicht wesentlich wärmer, dafür war es aber trocken.

Shiva, Yassou und Cosmo an den drei Seen von Rochebrune
Shiva, Yassou und Cosmo an den drei Seen von Rochebrune

Wir setzten die Heimreise fort. Unterwegs holten wir frisches Baguette und süßes Gebäck in einer traditionellen Bäckerei, welches hervorragend mundete. Gegen Abend ließ sich die Sonne mal blicken und wir steuerten einen See an. Zum Übernachten taugte er allerdings nicht, da sich neben uns noch Angler breit machten. Wir fuhren ein Stück weiter und am Kanal fanden wir ein ruhiges Plätzchen für die Nacht. Dort konnten wir am Morgen mit den Hunden auch eine größere Runde absolvieren, bevor es weiter Richtung Heimat ging.

In Chanay suchten wir den Wohnmobilstellplatz auf, um die Ver- und Entsorgungsstation zu nutzen. Iris nutzte auch gleich die Gelegenheit zum Haare waschen und fönen. Wir durchquerten noch die Gorge de la Saine mit Blick auf einen Wasserfall. Danach landeten wir wieder in der Nähe von Pontarlier. Unser ausgesuchter Platz war stark frequentiert, doch ab 18 Uhr wurde es ruhiger, bis wir schließlich ganz alleine waren.

Wir hatten eine ruhige Nacht. Bevor wir nun endgültig Frankreich den Rücken kehrten, machten wir mit den Hunden noch eine größere Runde. Im Anschluß fuhren wir zügig weiter. Bei Weil am Rhein überquerten wir die Grenze und besuchten noch Freunde im Schwarzwald. Zwei Tage später waren wir wieder Zuhause.

Fazit: Mit dem Wohnmobil Frankreich erleben

Frankreich ist wirklich toll. Dass ich diesen Satz einmal sagen werde, hätte ich nicht zu träumen gewagt. Eigentlich wollte ich nicht nach Frankreich, zu viele Vorurteile gibt es den Franzosen gegenüber. Doch alle waren unbegründet. Zumindest in Südfrankreich, der Provence, haben wir nur nette Menschen kennengelernt. Auch war man bemüht, sich zu verständigen. Und ja, Franzosen sprechen zumindest auch teilweise Englisch 🙂 manchmal sogar Deutsch. Verständigungsprobleme hatten wir nicht wirklich. Wer diesbezüglich Bedenken hat, werft sie über Bord und fahrt hin.
Die Landschaft ist einfach grandios. Schade, dass wir die Lavendelblüte nicht mehr erlebt haben, aber da müssen wir halt noch mal wieder kommen. Bei unseren anderen Reisen waren wir immer sehr viel wandern, auch die Provence ist dafür hervorragend geeignet. Überall gibt es markierte Wanderwege. Da unser ältester Hund Cosmo aber nicht mehr der Fitteste ist, mussten wir diesmal etwas kürzer treten. Dafür durften wir diese schöne Gegend erfahren. Unseren Reiseführer, den Wohnmobil-Tourguide – Die schönsten Routen durch die Provence* können wir uneingeschränkt weiter empfehlen. Er enthält neben den 6 reizvollen Routen durch die Provence mit Sehenswürdigkeiten und Wanderrouten natürlich noch eine Menge Stellplatz- und Campingplatztipps.
Wer einen detaillierteren Reiseführer sucht, dem kann ich zusätzlich noch die Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag empfehlen: Haute-Provence: Hautes Alpes* und Provence & Côte d’Azur: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps*
Unsere Highlights waren die Fahrt über den Pass de la Graille und weiter zum Montagne de Lure und natürlich die Verdonschlucht. 

Was sind Eure Lieblingsecken in der Provence?

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2 Kommentare

  1. Moin,

    das sind ja fantastische Bilder und Eindrücke. Mit dem Wohnmobil ist man super flexibel und kann schnell viele schöne Orte entdecken. Super Bericht!

    Beste Grüße

    Tobias

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