Am letzten Oktoberwochenende waren wir das letzte Mal unterwegs. Seitdem ist Lockdown in Deutschland. Für uns in Bayern kam auch noch eine nächtliche Ausgangssperre hinzu, was uns das Übernachten im Wohnmobil nicht erlaubte. Unseren Weihnachtsurlaub verbrachten wir im Wohnzimmer und auch die Wochenenden verbrachten wir daheim. Nach fast 4 Monaten haben wir es am letzten Wochenende gewagt und sind trotz Corona mit dem Wohnmobil losgefahren. Zwar ganz in der Nähe des Heimatortes, aber das Wichtigste war uns, einfach unterwegs zu sein.

Fahren oder nicht fahren, das ist hier die Frage!

Lange haben wir überlegt, ob wir mal ein paar Tage rausfahren oder nicht. Wir befinden uns mittlerweile seit vier Monaten im Corona-Lockdown, halten uns an alle Regeln und es ändert sich nichts. Da wir sowieso unter uns sind und nur mit unseren Hunden schöne Wanderungen in der Natur machen wollen, spricht für uns nichts dagegen, dass wir trotz Corona mit dem Wohnmobil mal ein paar Tage wegfahren.

Restlos überzeugt hat uns dann die Wettervorhersage mit viel Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Also haben wir das Wohnmobil gepackt, noch ein paar Vorräte besorgt und sind ins Fränkische Saaletal gefahren.

Ruine Aura im Fränkischen Saaletal

Am späten Nachmittag kommen wir an der Ruine Aura an und parken unseren Kasten direkt vor deren Eingangstüre. Die Ruine ist verschlossen, man kann sie leider nicht mehr betreten. Gegenüber steht das ehemalige Café und Restaurant “Ruine Aura”, das leider nicht mehr bewirtschaftet wird. Bewohnt wird es allerdings trotzdem. Zu unserer Rechten grasen glückliche Kühe auf der Weide.

Bevor wir unser Abendessen zubereiten, drehen wir aber erst mal eine kleine Runde mit unseren Hunden um die wirklich große Kuhweide. Dabei entdecken wir noch einen Parkplatz, auf dem man die Nacht ruhig verbringen könnte, sollte es unsere Nachbarn stören, das wir hier sind.

Tour mit dem Wohnmobil während Corona - Parkplatz Ruine Aura
Parkplatz Ruine Aura

Wanderung zu den Wichtelhöhlen

Wir verbringen eine angenehme und ruhige Nacht an der Ruine Aura und nach dem Frühstück geht es los auf eine Wanderung. Endlich mal nicht mehr daheim im mittlerweile schon langweiligen Wald spazieren gehen, sondern schön wandern mit Rucksack und Brotzeit.

Wir gehen Richtung Wald und halten uns dann links. Zunächst laufen wir immer leicht ansteigend am Waldrand entlang, blicken kurz zurück und haben dabei einen schönen Blick zur Ruine Aura.

Blick auf die Ruine Aura
Blick zurück auf die Ruine Aura

Danach tauchen wir ein in den lichtdurchfluteten Wald und über einen Pfad gelangen wir an den Wanderparkplatz bei Garitz. Von hier führt uns der Weg der Besinnung bis zum Heiligenhof. Entlang des Weges stehen Kunstwerke des Euerdorfer Künstlers Helmut Droll. Begleitet werden die zwölf Kunstwerke durch Texttafeln, die zum nachdenken anregen sollen.

Danach geht es weiter auf den “Weg durch die Zeit”. Auf dem geologischen Lehrpfad wird auf mehreren Infotafeln Wissen über Flora und Fauna aus 477 Millionen Jahren vermittelt. Dieser führt uns auch an den Wichtelhöhlen vorbei, eine Felsformation aus Buntsandstein. In der Wichtelhöhlenhütte, eine Schutzhütte, legen wir erst mal eine Rast ein.

Wichtelhöhlen Bad Kissingen - eine Buntsandtein-Felsformation
Die Wichtelhöhlen bei Euerdorf – Buntsandstein-Felsformation

Gestärkt wandern wir jetzt stetig bergauf bevor es wieder hinab zum Hurlacher See geht. Dort setzen wir uns an eine Tischgruppe und genießen die wärmenden Sonnenstrahlen mit Blick auf den noch gefrorenen See.

Hurlacher See
Hurlacher See
Portrait schwarzer Hund
Gino beobachtet die Umgebung ganz genau

Nach dem kleinen Sonnenbad laufen wir über einen teils noch matschigen Waldpfad zurück zu unserem Ausgangspunkt an die Ruine Aura.

Abends kochen wir uns Spaghetti mit Tomatensauce und verbringen noch eine weitere ruhige Nacht an der Kirchenruine.

Weiterfahrt zum Wittelsbacher Turm

Am Sonntag Morgen setzen wir unsere Wohnmobil-Corona-Tour nach einem kleinen Frühstück fort und fahren weiter zum Wittelsbacher Turm, einem beliebten Ausflugsziel. Allerdings ist jetzt während Corona das Ausflugslokal geschlossen. Es gibt leider auch keinen ToGo-Verkauf. So eine Bratwurst wäre schon schön gewesen. Andererseits sind so auch wesentlich weniger Besucher hier oben unterwegs.

Bevor wir hoch zum Wittelsbacher Turm fahren, steuern wir noch den Wohnmobilstellplatz in Ramsthal an. Dort leeren wir das Chemieklo. Das Wasser ist zwar winterbedingt noch abgestellt, aber ausleeren konnte man.

Dann fahren wir hoch an den Wittelsbacher Turm und stellen unseren Kasten auf dem riesigen Parkplatz ab.

Corona Wohnmobil Tour - Parkplatz Wittelsbacher Turm
Parkplatz am Wittelsbacher Turm

Wanderung zur Kapelle Terzenbrunn

Wir starten auch direkt zu einer Wanderung. Zunächst laufen wir auf der Zufahrtstrasse immer bergab. Bevor es auf die Hauptstraße geht, zweigt ein kleiner, unscheinbarer Pfad, in den Wald ab. Dieser führt uns zur Kapelle Terzenbrunn, einem Wallfahrtsort in der Nähe von Arnshausen.

Wir treten wieder den Rückweg an. Erst noch auf weichem Waldpfad, dann auf geschottertem Forstweg, geht es jetzt stetig bergauf, bis wir wieder am Wittelsbacher Turm ankommen. Von der Wiese vor der Terrasse der Ausflugsgaststätte haben wir noch einen schönen Blick Richtung Bad Kissingen.

Aussicht von der Terrasse der Gaststätte Wittelsbacher Turm
Aussicht von der Terrasse der Gaststätte Wittelsbacher Turm in Richtung Bad Kissingen

Am späten Nachmittag streifen wir nochmals ein wenig durch die Wälder am Wittelsbacher Turm und machen uns anschließend eine Pizza aus dem Omnia Backofen. Auch hier verbringen wir noch eine einsame Nacht, bevor es am nächsten Tag für uns wieder nach Hause geht.

Fazit unserer kleinen Wohnmobil-Corona-Tour

Im Nachhinein betrachtet, war die Entscheidung richtig, auch während Corona mal ein paar Tage wegzufahren. Auch wenn es nur ein paar Kilometer von zuhause entfernt war, es tat richtig gut, endlich mal wieder aus den 4 Steinwänden zu kommen und was anderes zu sehen. Natürlich hätten wir auch Tagesausflüge machen können, aber das ist nicht dasselbe. Wir haben mit unserem Verhalten niemanden gefährdet und sind auch nicht gefährdet worden.

Stattdessen hatten wir schöne Erlebnisse, haben zusammen gelacht und es kam ein Stück Lebensfreude zurück. Das kann uns keiner mehr nehmen.

Werbung

4 Kommentare

  1. Das habt ihr richtig gemacht!😊 Wir hadern noch immer in wir es wagen sollen, es ist ständig ein ungutes Gefühl im Bauch, einfach loszufahren! Mal sehen, ich denke wir warten die Osterferien noch ab,packen dann unseren Kasten und bleiben einfach in NRW!
    Danke für deinen Beitrag und noch viel Freude bei euren Reisen!😉

    • Hallo Ruth,
      danke für deinen Kommentar :-)
      Wir waren jetzt erst wieder für eine komplette Woche unterwegs und es war fantastisch. Darüber werde ich in den nächsten Tagen hier auf dem Blog berichten.
      Wir nutzen in der jetzigen Zeit ausschließlich Wanderparkplätze und es funktioniert hervorragend. Bei uns in Franken scheint es auch ziemlich locker zu sein, wie es bei euch in NRW aussieht kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber Versuch macht klug.
      Viel Spaß bei Eurer Ausfahrt mit dem Kasten.

      Viele Grüße Melanie

  2. Sehr schön euer Bericht. Nur so können wir unsere Freiheit (unsre!) genießen und erhalten.
    Wir waren jetzt mit Hund (Anfang April)auch im Raum Bad Buchau und dem Voralpenland unterwegs. Wenn man sich von den manigfaltigen Verboten nicht abschrecken lässt, kann man gut unterwegs sein.
    Viele Grüße von Horst und Andrea und Luba 🙋‍♂️❤️🐕‍🦺

    • Hallo ihr drei :-)
      da habt ihr alles richtig gemacht. Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Zeit.
      Wir waren auch wieder ein paar Tage unterwegs, die kann uns keiner mehr nehmen.

      LG Melanie

Kommentieren den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here