Die Hohe Geba liegt in der Thüringer Rhön auf 751 Meter über NN westlich von der Theaterstadt Meiningen. Nach wochenlangen Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Coronavirus haben wir die Gelegenheit genutzt, um auf der Hohen Geba ein paar Tage auszuspannen. Wir kennen die Hohe Geba schon von früheren Besuchen. Unser letzter Aufenthalt war im Herbst 2018.

Wohnmobilstellplatz Hohe Geba

Auf der Hohen Geba gibt es einen offiziellen Wohnmobilstellplatz für 3 Mobile. Allerdings können dort auch mehr stehen. Je nach dem, wo man sich niederlässt, besteht der Untergrund aus Teer, Schotter oder Wiese. Der Platz kostet pro Nacht 6 Euro, möchte man Strom nutzen, werden pauschal 3 Euro verrechnet. Eine Ver- und Entsorgungsstation ist leider nicht vorhanden. Deshalb empfiehlt es sich eine zweite Toilettenkassette dabei zu haben, falls man einen längeren Aufenthalt dort plant. Das ist durchaus möglich, denn auf der Hohen Geba genießt man einen Ausblick in die bayerische Rhön zum Kreuzberg und zum Heidelstein, sowie in die hessische Rhön zur Wasserkuppe. Abends und nachts ist es total ruhig, was einen den stressigen Alltag vergessen lässt.

Unser Wochenende auf der Hohen Geba

Wir fahren am Donnerstag am späten Nachmittag von Zuhause aus los. Bevor wir uns auf die Autobahn nach Thüringen begeben kaufen wir noch ein paar Vorräte für unser langes Wochenende ein. Um halb sieben treffen wir auf der Hohen Geba ein. Wir sind ganz alleine auf dem Gipfelplateau und können sozusagen die Stille hören. Später kommt noch ein weiteres Mobil dazu.

Denkmal Tag der Befreiung
Denkmal zum Tag der Befreiung am 8. Mai

Bevor wir unser mitgebrachtes Schnitzel to go vom Dorfwirtshaus essen, lassen wir die Hunde erst mal über die weiten Wiesen flitzen.

Am Freitag und am Samstag nehmen wir jeweils einen der beiden Rhön-Rundwege unter die Füße. Nachmittags schlendern wir durch den Rhönkultur-Garten. Nach den Wanderungen gönnen wir uns an der Bratwurstbude am Bergstübchen Thüringer Bratwurst und Steak (oder Rostbrätl wie man in Thüringen sagt). Dazu lassen wir uns ein Radler schmecken. Für den Nachmittagskaffee kaufen wir auch noch ein paar Stückchen leckeren Kuchen.

Am Freitag kommen dann noch mehr Wohnmobile. Jeder möchte einfach mal eine kleine Auszeit von Corona nehmen. Das funktioniert auf der Hohen Geba ausgesprochen gut.

Wandern bei bestem Frühlingswetter

Warum fährt man auf die Hohe Geba? Natürlich um die schöne Aussicht zu genießen und um kurze oder längere Wanderungen zu machen. Deshalb schnüren wir auch nach dem Frühstück die Wanderstiefel und begeben uns auf den Dr.-Malade-Rundweg.

Blick zurück zur Hohen Geba
Blick zurück zur Hohen Geba

Der Dr.-Malade-Rundweg

Er ist einer von vielen Rundwegen, die man in der ganzen Rhön vorfindet. Markiert ist der Weg mit einer weißen 2 auf blauem Grund und er ist etwa 8,5 km lang. Vom Gipfel der Hohen Geba führt uns der Weg zum Wanderparkplatz Neidhardskopf und weiter zum Aussichtspunkt und Rastplatz an der Wilhelmsruh. Von einer wunderbaren Panoramaaussicht begleitet erreichen wir bald den Dr. Malade Gedenkstein. Hier überqueren wir die Straße und gehen weiter zum Aussichtspunkt Rhönfrieden mit Schutzhütte. Auch hier hat man wieder fantastische Aussichten. Wir halten uns Richtung Geba, links und rechts erstrahlen die leuchtenden Rapsfelder und schon bald haben wir den Sendemast der Hohen Geba wieder im Blick und laufen unserem Ziel entgegen.

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Rhön-Rundweg 1

Am Samstag wandern wir auf dem Rhön-Rundweg 1. Der Weg verläuft zunächst durch den Wald und über Wiesenwege kommt man wieder zurück auf die Geba. Die Länge beträgt etwas mehr als 5 km.

Aussicht auf dem Rhön-Rundweg 1
Aussicht auf dem Rhön-Rundweg 1

Die Geschichte der Hohen Geba

Bereits 1867 fanden auf dem Gebaberg Vermessungsarbeiten statt. Dadurch entstand schon bald eine Wetterschutzhütte. 30 Jahre später wurde die Meininger Hütte eingeweiht. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Hohe Geba zu einem beliebten Ausflugsziel.

In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude auf der Geba als Jugendherberge für die FDJ genutzt. Ab den frühen 1960er Jahren wurde die Hohe Geba zum Sperrgebiet. Die sowjetische Armee errichtete auf dem Berg eine Radarstation. Es wurden mehrere Gebäude erbaut, welche als Schlafräume und Speisesaal genutzt wurden. Im April 1991 verließ die Sowjetarmee die Hohe Geba und ab nun konnte sie auch wieder touristisch genutzt werden. Ende der 90er Jahre wurde der Rhönkulturgarten angelegt und die Meininger Hütte konnte wiedereröffnet werden. Nach und nach wurden die Gebäude umgebaut und einem anderen Verwendugnszweck zugeführt. So entstand unter anderem das Bergstübchen, in dem typische Hüttengerichte serviert werden. Außerdem findet man noch das russische Museum Druschka.

Auf dem Aussichtshügel im Rhönkulturgarten wurde eine Metalltafel installiert, die die Entfernung von anderen Bergen anzeigt.

Mittlerweile ist die Geba wieder ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer oder auch Mountainbiker. Auch Motorradfahrer machen gerne eine Ausfahrt auf den Aussichtsberg.

Auf der Geba herrscht nur eine geringe Lichtverschmutzung und gehört zum Sternenpark Rhön. Für Astrofotografen wurden extra Plattformen eingerichtet, um diverse Geräte zur Sternenbeobachtung zu betreiben.

Wanderwege Hohe Geba

Neben den bereits oben vorgestellten Rhön-Rundwegen auf der Hohen Geba gibt es noch weitere Rundwanderwege sowie Fernwanderwege, die am Gebaberg vorbeiführen. Der zertifizierte Premiumweg “Gebaweg”, der eine Extratour des Hochrhöners ist, verläuft auf 15,5 km rund um die Geba. Mit über 500 Metern im Anstieg verlangt er auch einiges an Kondition. Markiert ist er mit einem roten “G” auf weißem Grund.

Außer den Rundwegen gibt es auch noch Streckenwanderungen, die über die Hohe Geba führen. Der Rhön-Rennsteig-Wanderweg beginnt an der Wasserkuppe und endet in Oberhof. Auf dem 89 km langen Weg passiert man einige Rhönberge, unter anderem auch den Gebaberg.

Auch der Milseburgwanderweg führt über die Hohe Geba. Auf 82,5 km führt er von Fulda nach Meiningen.

Fazit unserer kleinen Auszeit-Tour

Es war mal wieder fantastisch mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein. Wieder mal stellten wir fest, dass es nahe der Heimat schöne Fleckchen gibt, die es wert sind, besucht zu werden. Wir waren auch nicht das letzte mal auf der Hohen Geba und haben uns vorgenommen, sie mindestens einmal im Jahr anzufahren.

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